Diesmal werden zwei Power-Partnerinnen mal gemeinsam einen Bericht vom Herbsttreffen auf der Halbinsel Eiderstedt fertigen. Den ersten Teil macht die Inge (bessere Hälfte vom Lüder), den zweiten die Stef (bessere Hälfte vom Wolfgang). Vorab herzlichen Dank an die Organisatorin Jasmin für die tolle Planung dieses Treffens!!!

 

Teil 1:

Nach unserer Anreise sind wir sehr positiv überrascht – wir nächtigen in feudalen Ferienwohnungen im Hof Luisengrund. Bis zum Abend trudeln noch einige ein, es gibt Nudeln mit Tomatensauce, alles super entspannt und chillig (schreibt man das so?). Der Biorhythmus von Amélie und damit verbunden der frühe Start in den Tag, lässt uns nicht „zu alt“ werden, am ersten Abend.

Der gute Draht von Jasmin zu Petrus (das gute Wetter wird sich die ganzen Tage durchziehen) sichert uns am ersten Programm-Tag nach einem exzessiven Frühstück und etwas lecker Frühnebel einen leicht rutschigen Fußmarsch durch Kohorten von Schafen im Außendeichgelände in Richtung Westerhever-Leuchtturm (die Erste!). Wir haben einen Jogger für Amélie mitgenommen; ich bin mir nicht wirklich sicher, ob wir jemals wieder die Schaf-Andenken aus dem Reifenprofil herausbekommen werden... Nach leichten Anlaufschwierigkeiten (äh, nein, die Gruppenwanderung wurde nicht abgesagt...???) geht dann die Gruppe ins Watt. Die Sonne scheint, so dass die meisten sich barfuß trauen. Amélie macht ihr Schläfchen, so dass ich schön im Gras liegen kann und zuschaue, wie nach einer ganzen Weile die Gruppe zurückkommt – aber nur wenige in meine Richtung, die meisten wandern eigenartigerweise in alle Himmelsrichtung (soll wohl ein Test gewesen sein, inwieweit man in der Lage ist, 100 Schritte mit geschlossenen Augen in Richtung Leuchtturm zu machen...). Aber alle kommen wieder an. Eike versucht ganz stolz, mir die Sache mit dem Mond und der Flut und der Ebbe zu erklären – kommt aber alsbald ins Stocken...

Unsere Kleine ist auch wieder ausgeschlafen, so dass wir alsbald den Rückweg antreten können. Wir haben noch Zeit, uns etwas zu entspannen (= ½ Stunde Schaukeln „Hui“ für Amélie), bevor wir uns alle später im „Roten Haubarg“ einfinden. Lüder „darf“ bereits mit der Kleinen früher los und bekommt sein Essen als stylisches „take-away“...

 

Teil 2:

Auch ein Bayer wie Peter lernt irgendwann einmal echte norddeutsche Küche genauer kennen,- die nach einem geschichtsträchtigen „Roten Haubarg“ (= Heuberg) benannte „Haubargplatte“ war eindeutig die richtige Einstimmung auf ein Wochenende in Deutschlands höheren Breitengraden.

Was es mit der roten Farbe auf sich hat? Nun, zu früheren Zeiten war dieser Hof mit roten Ziegeln gedeckt. Leider erlitt er später einen Brand und wurde danach mit Reetdach renoviert, unter dem die Bauern Heu lagerten. Der Name ist jedoch geblieben.

In unserer Unterkunft in Tating, dem Luisenhof, angekommen, fühlten wir uns gleich heimisch: Die Kinder machten es sich im großzügigen Wohnzimmer vor dem riesigen Bildschirm bequem, die Erwachsenen freuten sich auf einen geschwätzigen Erfahrungsaustausch bei einem Glas Wein oder Bier im Haupthaus nebenan. Amélie (14 Monate), unsere Kleinste, hatte sich längst ins Reich der Träume verabschiedet,- träumte sie womöglich vom geplanten Ausflug des darauf folgenden Tages?

Nach einem kräftigen Frühstück (die frischen Brötchen wurden sogar auf Bestellung angeliefert,- was für ein Service!) ging es dann direkt an die Küste, genauer gesagt, auf den Westerhever Sand, wo zur Krönung des etwas windigen, jedoch sonnigen Spaziergangs zwischen Schafen und deren „Hinterlassenschaften“ eine Führung auf den Westerhever Leuchtturm wartete. Auf knapp 41,5 m Höhe nahmen wir den Wind schon ganz anders wahr… Unser Gästeführer berichtete vom Leben der ehemaligen Mitarbeiter des seit 1979 automatisierten Leuchtfeuers, weshalb hier 2 Häuser am Fuße des Leuchtturms erbaut wurden und stand uns Rede und Antwort, nachdem er uns das Hochzeitszimmer in schwindelerregender Höhe gezeigt und die passende Anekdote zur sog. „Bollerwagenhochzeit“ von 2002 erzählt hatte.

Der Forschungs- und Entdeckerdrang sollte danach nicht nur für unsere neugierigen Kinder, sondern auch für Landratten (Thorsten, Elke, …. ;-)) und Naturfreaks gestillt werden: Das Multimar Wattforum in Tönning erschloss sich für alle Altersgruppen auf ganzen 3 Ebenen. Besonders das halbe Skelett eines ehemals gestrandeten Pottwals beeindruckte uns alle. Sperrwerke, Ebbe & Flut haben wir vor Ort eigenhändig nachgestellt, u.v.m.

Danach knurrte uns bereits wieder der Magen und so war die legendäre Fischbude am Eidersperrwerk der richtige Zwischenstopp bevor es zum Hauptgang zurück in den Luisenhof ging: Dort warteten schon sämtliche Einkäufe auf die Verarbeitung zur selbstgemachten Pizza,- jeder nach seinem „gusto“.

Bei der anschließenden Gesprächsrunde stellte sich heraus, dass wie so oft mehr „Ex-Aussies“ als sonstige anwesend waren, dafür jedoch aus sämtlichen Ecken Deutschlands.

Am nächsten Morgen hieß es bereits wieder Abschied nehmen,- jedoch nicht ohne den „obligatorischen“ Abschiedskaffee und den gab es bei bestem Sonnenschein im wunderschönen Hafenstädtchen Tönning. Es lohnt sich eben oftmals, denselben Ort zweimal zu besuchen, denn es warten stets neue Erlebnisse,- egal wo auf dieser Welt.

Bis zum nächsten Treffen...